Galileo Gallilei


             

DER FALL GALILEO GALILEI

 

Eppur si muove –

und sie bewegt sich doch.


Galileio Galilei ist eine grosse Wand im Bereich der Astronomie gewidmet. Ein Replik des Mauerquadrants leuchtet in der Vitrine….

Die Dunkelheit des Raumes wird scheinbar nur durch Sterne erhellt.


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Galilei hat wahrscheinlich den größten Beitrag zur Entstehung der moderen Naturwissenschaft geleistet,“sagt Steven Hawking, englischer Astrophysiker und herausragender Gelehrter, über den Astronomen. Er veränderte das Weltbild seiner Zeit.

Nicht nur seine Erkenntnisse wurden Grundlage späterer Theorien, sondern seine gesamte Person, seine Philosophie und sein Leben sind nie in Vergessenheit geraten.  Sein berühmter Konflikt mit der katholischen Kirche ist bis heute Thema der Kurie.

 

Galilei vertrat als erster die Meinung, der Mensch könne durch Beobachtung der wirklichen Welt zu einem Verständnis darüber gelangen, was die Welt bewegt.

Sein Glauben an die kopernikanischen Theorien (dass die Planeten die Sonne umkreisen) führte zu seinen Entdeckungen: Alle auf der Grundlage von Kopernikus Thesen, für die er bald öffentlich eintrat.

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Zwei Wahrheiten können sich nie widersprechen“


Seine in italienischer Sprache verfassten Schriften verärgerten die artistotelischen Professoren. Ein Aufruf an die Kirche zum Verbot der kopernikanischen Gedanken war die Folge. Sein Versuch, die kirchlichen Autoritäten in Rom für sich einzunehmen, scheiterte. Seine Argumente, man könne doch im allgemeinen davon ausgehen, dass die Bibel – dort, wo sie dem gesunden Menschenverstand widerspreche – allegorisch zu verstehen sei, wurden ignoriert.


1616 erklärte die Kurie in Rom die kopernikanische Lehre für „falsch und irrig“. Unter Druck musste Galilei seine Erkenntnisse verleugnen, es wurde von ihm verlangt, seine Ansicht nie wieder öffentlich zu vertreten und Kopernikus zu verteidigen. Er fügte sich.


Nachdem 1623 ein Freund Galileis zum Papst ernannt wurde, bemühte sich Galileio Galilei umgehend um den Widerruf des Dekrets. Vergeblich! 


Doch er erhielt die Erlaubnis, in einem Buch die artistotelische Lehre der kopernikanischen gegenüberzustellen. Die Bedingung war allerdings, nicht Stellung zu beziehen. Weiters müsse er zu dem Ergebnis gelangen, dass der Mensch auf keinen Fall in der Lage sei zu erkennen, wie die Welt beschaffen sei. Denn nur Gott in seiner unbeschränkten Allmacht könne dem Menschen nicht vorstellbare Wirkungen hervorbringen.


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 Titelblatt von Galileis Dialog ,Galileo(rechts),Ptolemäus (mitte)und Kopernikus diskutieren,




Das Buch, ein Dialog über die beiden wichtigsten Weltsysteme, das Ptolemäische und das Kopernikanische, wurde 1632 mit vollem Einverständnis der Zensur veröffentlicht. Der große Erfolg des als philosophisch und literarisch gefeierten Meisterwerks, brachte ihm jedoch erneute Schwierigkeiten ein. Der Papst erkannte in dem Buch eine Bestätigung der kopernikanischen Lehre, sah, mit welcher Begeisterung die Menschen diese Wende des Weltbildes aufnahmen, und brachte Galilei sofort vor das Inquisitionsgericht: Er habe gegen das Dekret von 1616 verstoßen!


Er wurde zu lebenslangem Hausarrest verurteilt und es wurde eine abermalige öffentliche Lossagung vom Kopernikanismus von ihm verlangt.


Er fügte sich…., doch er hielt an seiner Überzeugung fest:

Sein Ausspruch „Und sie bewegt sich doch“, den er beim Verlassen des Gerichsaals gesagt haben soll, wurde schon zu seinen Lebzeiten zur Legende.


Galilei blieb gläubiger Katholik, doch vertrat er bis zu seinem Tod die Meinung, die Wissenschaft müsse unabhängig bleiben – auch von der Kirche:

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„Die Winkelsumme im Dreieck kann nicht nach den Bedürfnissen der Kurie abgeändert werden.“


Er blieb bei seiner Meinung und wusste mit seiner Situation umzugehen:

Vier Jahre vor seinem Tod – er stand nach wie vor unter Hausarrest – wurde ein Manuskript nach Holland geschmuggelt. Das daraus entstandene Buch, das unter dem Titel Discorsi  bekannt wurde, „ist als Geburtsstunde der moderen Physik anzusehen“(Zitat Stephen Hawking).  

Text: Andrea Itzinger


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