Ayurveda

 

 

 

„Das Wissen vom Leben“ om

Die älteste überlieferte Heilkunde der Menschheit hat ihren Ursprung in Südindien. Die frühesten Hinweise auf diese Lebenslehre stammen aus der Zeit von 2500 v. Chr.

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I

आयुर्वेद

Ayurveda ist eine Kombination aus empirischer Naturlehre und Philosophie. Physische, mentale, emotionale und spirituelle Aspekte werden berücksichtigt und ergeben so eine Lehre mit ganzheitlichem Anspruch: Der ganze Mensch wird einbezogen. 


_mg_4504Im Kräftereich bietet die leuchtende Bibliothek Wissenswertes über die ganzheitliche Lehre. Der gedankliche Überbau des Projekts “ Alles beeinflusst unsere Kraft “ ist auch ein ayurvedischer Grundsatz.


PRINZIP DER  GRUNDELEMENTE


In der indischen Philosophie bestehen die Tridoshas aus fünf Elementen:


 

 

 

 

 

ERDE  WASSER   FEUER    LUFT   ÄTHER  

 

Im Menschen zeigen sie sich als Energien, die als drei Doshas bezeichnet werden



Äther und Luft bilden Vata (Pneuma).


Feuer und Wasser sind Bestandteile von Pitta (Chole).


Wasser und Erde bilden das Prinzip Kapha (Phlegma).



   

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Die Doshas, Vata, Pitta und Kapha regeln alle Funktionen des Körpers, des Verstandes und des Bewusstseins.

Vata steuert die Bewegung, die Lebensfreude und die Angst. Diese Dosha reguliert die inneren Organe, die Atmung und beeinflusst die Sinnesorgane. Aber auch Klarheit und „die Wachheit  des Geistes“ wird Vata zugeschrieben.

Pitta, das feurige Prinzip, sorgt für das Verständnis oder den Ärger. Alle Verbrennungsvorgänge, aber auch die Blutbildung werden Pitta zugeordnet.

Kapha als das Strukturenprinzip, das erdverbundene Dosha, bildet das Gerüst der Materie und regelt den Flüssigkeitshaushalt, die Abwehrkräfte, die Ausdauer und den Sexualtrieb.

Die drei Doshas wirken auf allen Ebenen des Lebens zusammen – nur ihre Balance erhält die Gesundheit des Menschen.

Eine Unausgewogenheit der Doshas bedeuted eine Disharmonie des Menschen und eine Schwächung der Vitalität: Viren und Bakterien können sich ausbreiten.

DIe Ausgewogenheit der Doshas ist jedoch nach Konstitution verschieden und somit individuell.

Die Physiologie der GRUNDTYPEN:


VATA 


Ein  Mensch mit zierlichem Körperbau und schwacher Muskulatur ist  äußerlich überwiegend von Vata geprägt.

Vata zeigt sich auch in trockener Haut und wenig Körperbehaarung. Vata-Typen haben einen wechselhaften Appetit und eine unregelmäßige Verdauung. Sie sind flexibel, kreativ und benötigen wenig Schlaf.


PITTA 


Der Pitta-Typ besitzt eine robuste Gesundheit, ist mittelgroß und athletisch, er schwitzt schnell, seine Haut ist rot und fettig. Appetit und Verdauung sind sehr gut. Mut und Ausdauer zeichnen ihn aus. Er ist ein glänzender Redner, perfektionistisch und zielstrebig.


KAPHA


Der von Kapha dominierte Typ besitzt einen gut proportionierten Körper mit kräftigen Muskeln und gut entwickeltem Fettgewebe. Stoffwechsel und Verdauung sind träge. Meist hat er volles Haar und neigt zur fettiger Haut.  Der Kapha-Typ ist entspannt,  tolerant,  hat einen ausgezeichneten Schlaf, eine methodische Arbeitsweise und ein besonders gutes Gedächtnis.

Fast alle Menschen sind jedoch Mischtypen. Sie werden also nicht von einem, sondern von zwei oder drei Doshas beeinflusst.

KRANKHEIT ALS ZEICHEN

Nach ayurvedischer Auffassung ist „Krankwerden“ ein Zeichen von falschen Entscheidungen: Täglich getroffene Fehlentscheidungen bezüglich unserer Nahrung, unserer Arbeit und unserer sozialen Beziehungen sind die Ursachen von Krankheiten. Dass letzlich unser Intellekt unsere Entscheidungen steuert,  wird in alten Schriften  als –„pragya Apharadh„–  Irrtum des Intellekts, als Ursache von Krankheit bezeichnet.Ayurveda zielt darauf ab, diese Irrtümer auszumerzen. Ein Mensch, der im Gleichgewicht ist, der in Kontakt mit sich selbst steht, entscheidet spontan im Einklang mit seiner Natur.

VEDISCHE ERNÄHRUNG AUS PRINZIP

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Die ayurvedische Lebensphilosophie setzt ein Körperbewusstsein voraus, das eine erhöhte Achtsamkeit beinhaltet.

Das Ziel, eine ganzheitliche Gesundheit zu bewahren oder wieder herzustellen, wird durch Yoga und Meditation, aber auch wesentlich durch eine bewusste Ernährung erreicht.

Ayurvedische Ernährung ist hauptsächlich vegetarisch.

Mahlzeiten werden in ihre Eigenschaften „erhitzend“, „kühlend“, „stärkend“ eingeteilt und ausgleichend zur jeweiligen Konstitution eingenommen. „Gesunde Ernährung“ als allgemein gültiges Prinzip und für jeden gleich gibt es daher nicht.

Besonders bei Krankheit wird die Küche stets nach den individuellen Bedürfnissen des Patienten ausgerichtet. Entscheidend ist dabei die individuelle Verdauungskraft bedingt durch die Tridoshas. Doch nicht nur die Dosha-Konstellation wird berücksichtigt, sondern auch die Zeitdimension, wie Tageszeit, Alter oder Jahreszeit.

VATA-Typen neigen angeblich zu Verdauungsstörungen und sollten daher gekochte, leicht verdauliche Nahrungsmittel zu sich nehmen. Die Mahlzeiten sollten warm sein, etwas Fett enthalten, sowie sauer, salzig und süß sein.


PITTA-Typen haben laut Ayurveda ein starkes „Verdauungsfeuer“. Sie können kalte und warme  Speisen von mittelschwerer Konsistenz zu sich nehmen. Ihre Geschmacksrichtungen sollten bevorzugt bitter, süß und herb sein.


KAPHA Typen sollten nur mäßig gegarte Speisen sowie viel Obst und Gemüse essen. Die Zubereitungen sollten scharf, bitter und süss sein.

Allgemein wird als ausgewogene ayurvedische Ernährung der Verzehr von gekochter Milch, Reis, Ghee (Butterschmalz), Sesam, Obst und Süßspeisen empfohlen. Möglichst vermieden werden sollten Fleisch, Fisch, Eier, Käse und Honig, Konserven und Tiefkühlkost, sowie fette Speisen.

Nahrungsmittel werden in drei Klassen eingeteilt:

Lebensdauer und Zufriedenheit steigernde Lebensmittel, Sattva-Guna: 


Nahrungsmittel wie Milchprodukte, Getreide, Früchte und Gemüse sind süß, saftig und ölig.


Aggression und Hitze steigernde Lebensmittel, Rajo-Guna: 


Zu bittere, zu scharfe, zu heiße oder trockene Nahrungsmittel erhitzen Körper und Gemüt. Dazu zählen Chili, Zwiebel und Knoblauch.


Krankheiten und schlechtes Karma erzeugende Nahrungsmittel, Tamo-Guna:


Fleisch, Fisch, Geflügel entziehen dem Körper bei der Verdauuung viel Energie. Dadurch können Krankheiten und Schmerzen entstehen.


Geraten die Tridoshas in Ungleichheit, kann unterstützend zu einer Lebens- und Ernährungsumstellung auch durch äußerliche Anwendungen geholfen werden.

Mit dem Einsetzen des „Wellness-Welle“ wurden nicht nur asiatische Bewegungsformen in europäischen Fitnessstudios bekannt, das zunehmende Interesse an fernöstlichen Weisheiten importierte auch die indische Lebenslehre.

Der „Ayurveda-Boom“ der letzten Jahre hat aber nicht nur traditionelle Heilkunst nach Europa gebracht, sondern auch eine neue Geschäftsidee :

Schluss mit Guss


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Die in Europa oft beworbenen Ölmassagen sind ein relativ kleiner Teil einer fünfteiligen Reinigungskur, dem Panchacharma.

Ziel des Panchacharma ist es, Stoffwechselschlacken und Gifte aus dem Körper auszuleiten und so ein Gleichgewicht der Doshas möglich zu machen. Wärmetherapie, medizinische Einläufe sowie Aderlass werden therapeutisch eingesetzt. Öle mit hochkonzentrierten pflanzlichen Wirkstoffen unterstützen ausleitende Maßnahmen und unterscheiden sich grundlegend von parfümierten Ölen europäischer Massagetherapien.

Der Stirnguss mit warmem Kräuteröl bildet den Abschluss einer Reinigungskur.

Entgegen der oft in Europa verbreiteten Meinung sind die Anwendungen und Therapien im Panchacharma keineswegs sanft, sondern greifen radikal in den Stoffwechsel des Menschen ein. Um jedoch der Wellnesserwartung der europäischen Touristen zu entsprechen, werden in Asien oft ausleitende Therapien wie Aderlass, Brechtherapie oder Einläufe ersatzlos gestrichen und die Ayurvedakur wird zu einer „Beautybehandlung“ umfunktioniert …

Doch zur Therapie von chronischen Krankheiten wir Rheuma, Asthma, Bluthochdruck, Verdauungsproblemen oder Schuppenflechte hat sich Panchacharma auch in Europa bestens bewährt.

Text: Andrea Itzinger

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