Hildegard v. Bingen

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EIN LEBEN VOLL GLAUBEN


 
Selbst nach 900 Jahren ist die Lehre der visionären Äbtissin Hildegard von Bingen aktuell. Ihre ganzheitliche Lebenslehre gewinnt immer mehr an Bedeutung. Parallelen zu Ayurveda und späteren Lebenslehren, wie etwa der Kneippschen Gesundheitslehre, zeigen die Dimension dieses Gedankens.

Als erste große Naturärztin hinterließ sie ein wissenschaftliches Werk, dessen Inhalte uns heute nicht nur als zeitgeschichtliches Dokument dienen, sondern darüber hinaus die zum Teil erstaunlich fortschrittlichen Erkenntnisse der Äbtissin dokumentieren. Die Lebensweise im „Rechten Maß“ (discretio) als Basis eines gesunden Lebens war ihr Tenor, die Untrennbarkeit von Körper, Geist und Seele ihre Botschaft.

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Sie, die nie eine ärztliche Ausbildung erhalten hat, hinterlässt uns Bücher voller Wissen und Weisheit, Dokumentationen um kosmische Kräfte und naturwissenschaftliche Erkenntnisse und ihre Sichtweise, die Natur zu achten und zu nutzen.

Ora et Labora – Bete und Arbeite

Als zehntes Kind des Edelfreien Hildebert von Bermersheim und seiner Frau Mechthild wird Hildegard von Bingen 1098 geboren.

Schon bei ihrer Geburt sehen Hildegards Eltern ein Klosterleben für sie vor. Sie setzt dem nie Widerstand entgegen, da sie dies selbst als ihre wahre Bestimmung ansieht.

Bereits ab dem Alter von drei Jahren erzählt sie von ihren Visionen, die zuerst als Kinderphantasie abgetan werden, später aber dann doch Gehör finden. Keiner kann sich erklären, woher die Inhalte dieser Bilder stammen.

Am 1. November 1106 zieht sie in die Klausnerinnenzelle der reichen und schönen Jutta von Spannhelm und wird zu Gehorsam und Demut erzogen.

Sie wird nicht in den mittelalterlichen Wissenskanon der sieben freien Künste eingewiesen, da dies nur männlichen Ordensleuten vorbehalten ist. Ihr Wissen um Grammatik, Rhetorik, Arithmetik, Goemetrie, Musik und Astronomie hat sie ihrer überragenden Gabe der eigenen Beobachtung und ihrem enormen Wissensdurst zu verdanken.

Etwa um 1115 legt sie die Ordensgelübte ab und wird  Benediktinernonne. Der Wahlspruch des Ordens „ora et labora“(bete und arbeite) ist für sie eine Selbstverständlichkeit. Diese Ordensregeln, die Verbindung von Meditation und Tätigkeit als Grundsatz zu betrachten, ist für Hildegard auch ein wesentlicher Aspekt in allen ihren Werken.

Als 1136 Jutta von Sparhelm stirbt, wird sie zur Nachfolgerin gewählt. Nach anfänglichem Sträuben übernimmt sie dieses Amt. Fünf Jahre später, sie ist 43, beginnen die großen Visionen. Sie vernimmt den göttlichen Befehl:

„Tu kund die Wunder, die du erfährst. Schreibe sie auf und sprich.“(scivias)

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Fünf Jahre lang arbeitet sie nun unter Mithilfe ihres Beichtvaters Volmar und einer jungen Nonne an der Niederschrift der Scivias (Wisse die Wege). Selbst der Papst ermutigt sie 1147 weiter zu schreiben.

Ihr Ruf verbreitet  sich immer weiter und lässt die Anzahl ihrer Mitschwestern steigen. Sie entschließt sich zur Neugründung eines Ordens auf dem Rupertsberg.

In der Zeit von 1151 bis 1158 schreibt Hildegard ihr medizinisches Wissen nieder, ihre Heilkunde Causa et Curiea und ihre naturwissenschaftliche Lehre, die Physica.

Hildegard ist zu dieser Zeit 60 Jahre alt und gesundheitlich geschwächt. Lähmungen und Kopfschmerzen erschweren ihr Leben. Doch von Visionen bestärkt, führt sie unbeirrt ihr Werk fort.

Mit etwa 70 Jahren gelingt ihr, ein weiters Domizil für ihre Nonnen zu schaffen: das Kloster in Eibingen am Rhein.

Trotz ihres Alters führt sie zwischen 1160 und 1170 vier große Predigtreisen durch. Ihre Wahrheit zu verbreiten, ist ihr Ziel, ohne die hohe Geistlichkeit zu verschonen.

1179 stirbt Hildegard in dem von ihr gegründeten Kloster am Ruprechtsberg. Doch durch ihre Werke lebt sie in vielen Bereichen weiter.

Text : Andrea Itzinger

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