Cezanne

  

Paul Cezanne + „sein“ Berg

 


“ Die Landschaft spiegelt sich,vermenschlicht sich,denkt sich in mit“, schrieb Paul Cezanne einmal…

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Das Gebirgsmassiv „Saint-Victoire“ wurde nach Paul Cézannes Umzug in die Provence sein bevorzugter „Spiegel“ und Motiv vieler  seiner Bilder.

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Cézanne – als einer der Wegbereiter der Moderne wurde er oft als Maler mit kubistischer Vorahnung bezeichnet – war mit dem Berg verbunden.Möglicherweise tröstete ihn das Bergmotiv bei seiner Suche nach Gleichgewicht. Es kostete ihn eine nahezu übermenschliche Anstrengung, sich und die Welt, die ihn umgab, in ein scheinbares Lot zu bringen.

In seinen späten Jahren bestand er darauf, an einer Gehirnstörung zu leiden. Posthum betrachtet ist  vielleicht das Wort „verrückt“ in seinem Fall die  Erklärung für die Faszination, die den Betrachter von Cézannes Bildern gefangen nimmt. Die ver-rückte Auffassung der Bildinhalte offenbarte sich dem Betrachter ohne die Notwendigkeit einer Interpretation. Es gibt eine Größe, die kein Geheimnis mehr braucht.

 

 

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Es sah in seiner Einsamkeit, die ihn später umgab, die Souveränität des Alleinseins, doch darin fand 

er nicht sein Glück: Depressionen quälten ihn , Liebe ging er konsequent aus dem Weg.

Seine Berührungsängste körperlicher und seelischer Art grenzten ans Hysterische. Nachdem er sich zunächst von seiner Frau Hortense abgewendet hatte, zog er sich nach und nach auch von allen Freunden zurück. Seine Akte malte er im Atelier nach früheren Skizzen. Dies geht aus Rilkes Briefen über Cezanne hervor.

In seinen späten Jahren wuchs der Berg zu einem Motiv mit fast religiöser Dimension an. Er wurde zum Fixpunkt seiner Existenz.

 

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„Schau dir dieses Gebirge an ! Welcher Elan! Welch gebieterische Gier nach Sonne! Und welche Melancholie, am Abend, wenn all die Schwere herabfällt! Die Felsblöcke ,die wie aus Feuer waren,….“

Dies schrieb Cézanne an einen jungen Gefährten. Der Maler brauchte das Gebirge als Motiv seiner Bilder auf der Leinwand, aber auch als Bezugspunkt für seine Seele. Keinem europäischen Berg wurde jemals eine vergleichbare Präsenz in der Malerei zuteil wie dem Massiv von „Saint-Victoire“.

Picasso, der in Paul Cézanne eine Vaterfigur nach seinem Geschmack sah, suchte ein halbes  Jahrhundert später Zuflucht bei genau diesem Berg. 1959 rief er seinen Agenten Kahnweiler an und erklärte trocken

 

 

 :„Ich bin im Begriff ,das Gebirge ,Saint-Victoire“ zu kaufen. Sein Galerist fragte : „Welches? Cezanne hat  es oft gemalt.“

„Kein Bild“, so Picasso, „das Original!“

 


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Später erwarb Picasso ein großes Stück des Nordhangs, bestehend aus 15 Hektar Land und dem Schloss Vauvenargues.


Cézanne gehörten die Westflanke und die Steilwände im Süden des Gebirges. Jeden Morgen ließ sich der Maler von seinem Kutscher – nach dem Tode seines Vaters war er wohlhabend – zu seinem Gebirge hinausfahren, um dort seine Staffelei aufzubauen.

Im Oktober 1906 überraschte ein Gewitter den trotz starken Regens  im Freien malenden Cézanne. Er starb in der Nacht zum 23. Oktober 1906 an den Folgen einer schweren Lungenentzündung in seiner Wohnung in der Rue Boulegon.

 

 

Monet und der Garten – klick on :

Eine Antwort zu “Cezanne

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