Klimt

KLIMT UND DIE FRAUEN

DAS WEIB IST MEIN WERK“

Dieses Zitat Gustav Klimts erzählt viel über seine Einstellung zu seinem Schaffen. Er, ein bedeutender Künstler des österreichischen Jugendstils, ließ sich sein Leben lang von der Schönheit der Frauen inspirieren.

Klimt, dessen Familie ihn gerne als liebenden Familienmenschen darstellte, hatte aber nicht nur eine enge Bindung an seine Mutter und seine beiden Schwestern, mit denen er lebenslang zusammenwohnte.

klimt09

Obwohl er nie verheiratet war, waren die Frauen in seinem Leben Motive für seine berühmtesten Bilder. Mit Emilia Flöge verband ihn bis zu seinem Tod eine sehr vertraute Freundschaft, doch auch mit „Damen aus der besseren Gesellschaft“, wie Adele Bloch-Bauer und anderen Modellen waren Beziehungen bekannt. Wie weit die Verbindungen zu anderen Frauen seiner Auftraggeber gingen, ist Spekulation, doch hatte er mindestens drei ledige Kinder zu unterhalten und nach seinem Tod stellten 14 Frauen Ansprüche an ein Erbe für ihre Kinder.

gustav-klimt

Schriftliche Dokumente der Liasonen gibt es kaum, Klimt scheute sich Briefe zu verfassen, oft verbrannte er Geschriebenes wieder….

Über sich selbst meinte er:

„Malen und zeichnen kann ich. Ich interessiere mich nicht für die eigene Person – eher für andere Menschen, weibliche….. ich male Tag um Tag von morgens bis abends – Figurenbilder und Landschaften, seltener Porträts. Schon wenn ich einen einfachen Brief schreiben soll, wird mir Angst und Bang wie vor einer drohenden Seekrankheit. Wer was über mich wissen will, soll meine Bilder aufmerksam betrachten, daraus erkennen zu suchen, was ich bin und will.

Er war zu Lebzeiten bereits einer der beliebtesten, wenn auch umstrittensten Künstler der Jahrhundertwende.Seine Großzügigkeit war legendär, Freunde, Modelle, selbst Bettler profitierten davon.

11_pict

“ Das Geld muss rollen,dann interessiert es mich“ war sein Credo

Als Mitbegründer und Präsident der Wiener Secession, 1897, hatte er die Aufmerksamkeit der kulturell interessierten Wiener Gesellschaft.

Die Gründung der Secession, gemeinsam mit Joseph Hoffman, Koloman Moser und Joseph Maria Olbrich war ein Resultat der Unzufriedenheit mit dem Wiener Künstlerhaus.

Als Kulturschaffender gewann Klimt weiter an Bedeutung.

Durch diese einflussreiche Stellung im Kulturleben der Monarchie wurde er zum beliebesten Porträtmaler seiner Zeit. Man ließ sich malen.

Klimts Schönheitsbegriff ließ sich nicht durch das Sittenbild der damaligen Zeit beeinflussen:  So löste die Darstellung des schwangeren Modells Herma eine Welle der Empörung aus.  (Klimt meinte über sein Modell 🙂

Das Mädel hat einen Körper,von dem der Hintern schöner und intelligenter ist als das Gesicht bei vielen anderen.“

Die Interpretationen über Klimts Bild der Frau sind zahlreich und reichen von der Frau als „Muttergottes“ über „rätselhafter Gestalt““ bis zum Luxusweib“ und „Sexualobjekt“.

Die einzige in seinen Bildern als selbstbewusst dargestellte Frau ist Emilie Flögele. In Magarete Wittgensteins Porträt versuchte er vergeblich, eine sehr unkonventionelle, resolute Frau zu einer fügsamen Gestalt in einem stlilisierten Ambiente zu verharmlosen. Sie sparte  nachträglich nicht mit Kritik.

Diese Auffassung, die Frau als sanftes verfügbares Wesen darzustellen, widersprachen der Zeit allerdings weit weniger als die Inhalte des Beethovenfrieses.

Dieses wurde in der damaligen Presse  mit dem Vorwurf der „gemalten Pornographie“ kritisiert :

.…“- das sind Beleidigungen unsere heiligsten Gefühle .Gibt es denn in Wien keine Männer mehr, die  gegen solche Attentate protestieren“?

Gustav Klimt der neben Frauen auch seinen Garten und seine zahlreichen Katzen sehr schätzte, wurde erst relativ spät auch zum Landschaftsmaler. Zahlreiche Motive aus der Natur kann man heute noch am Attersee erkennen, wo er zwischen 1900 und 1916 seine Sommer verbrachte.

Er starb 1918 infolge eines Gehirnschlags im Wiener Allgemeinen Krankenhaus.

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurde Klimts Werk teilweise völlig ignoriert und als Dekorationsmalerei abgetan. Heute zählen Klimts Porträts zu den teuersten Bildern der Welt.

Text: andrea Itzinger

Cezanne und der Berg – Klick on:  

Cezanne « Kräftereich – der andere Katalog

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s