Die Pflanzen der Hildegard von Bingen

DIE PHYSIKA-DIE PFLANZEN DER HEILERIN

Als Heilige ,als Mystikerin,als Visionärin ist Hildegard von Bingen bekannt, doch ihr Buch die Physika ist weniger eine botanisch-wissenschaftliche Abhandlung ,als eine Beschreibung der Pflanzen und deren Anwendung für den Menschen. Die Physika ist als „Lehre über die Heilkraft der Natur“ zu verstehen. Insgesamt sind etwa 300 Pflanzen beschrieben,aus ihren Schriften wurden über 2000 Rezepte bewahrt und interpretiert.


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Die Installation zu Hildegards Physika, im Käftereich St Jakob

visualisiert die Macht der Natur .

Die  geheimnisvollen Aussagen zur Wirkung der Pflanzen ,

beschrieben vor fast 900 Jahren, werden heute wiederentdeckt.



DINKEL,Triticum spelta

Als Urform aller Getreidearten war der Dinkel Hildegards Lieblingskorn.

Zahlreiche Rezepte erzählen von seiner positiven Wirkung auf Störungen des Magen-darmtraktes und bei Knochenleiden. Doch auch für den gesunden Menschen war Dinkel das zu bevorzugende Getreide.

 

„Der Dinkel ist das beste Getreide ,er ist warm ,fett und Kräftig… Er bereitet dem der ihn isst ,rechtes Fleisch und rechtes Blut,und er macht frohen Sinn und Freude im Gemüt des Menschen.“

 

Der Begriff „Hildegard Küche“ ist zwar eine „Marketingkreation“ des 20jh. doch viele Rezepte aus „Dinkelkochbüchern“ basieren auf Hildegards Empfehlungen Dinkel zu verwenden.

 

 



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Die beleuchteten Plexiglassobjekte lassen den Menschen klein erscheinen .

Die Musik ,Hildegard Kompositionen nachempfunden

verstärken den Eindruck ,

Zitaten einer universellen Wissenschaftlerin Gegenüber zu stehen. 

 

 

FENCHEL,Foeniculum vulgare

Hildegards Lieblingsgemüse war der Knollenfenchel. Dieses Gemüse wird als besonders Verträglich für jeden beschrieben:


„Er ist  seiner Natur nach weder trocken noch kalt…. Wie immer er auch gegessen wird -er macht den Mensch fröhlich und gibt ihm eine angenehme Wärme und guten Schweiss,wodurch eine gute Verdauung gefördert wird.


Des Fenchels Magenstärkende Wirkung und seine Hilfe bei Blähungen war schon bei den alten Griechen bekannt. Möglicherweise tragen diese Umstände dazu bei, dem Fenchel stimmungsaufhellende Eigenschaften zuzuschreiben.



DILLE,Anethum graveolens

Dill ist ein Kraut mit  einem angenehmen, anisartigen Geschmack und  gilt bei Hildegard von Bingen als „Diätgewürz“ bei Gicht und rheumatischen Erkrankungen. Außerdem empfiehlt sie Inhalationen mit Dill und Fenchel bei Schnupfen:

„Die trockene Kälte des Dills trockne diese schädlichen Säfte aus…

Roh sollte man ihn nicht genießen, weil er den Menschen dann traurig macht …. Aber gekocht gegessen unterdrückt er die Gicht.“

 


Dille  soll auch bei Magenschmerzen, Blähungen und Übelkeit helfen. Man würzt damit gerne Soßen. Gemüsesuppen und auch Rohkostgerichte.

Überlieferungen bestätigen Dillsoss als Goethes „Leibspeis“.


 

 

 

GARTENERBSE,Pisum sativum

Für Gesunde laut Hildegard ,durchaus geniessbar, rät sie Kranken davon ab:

 

Sie  macht die Lunge dämpfig. Für Menschen, die von warmer Natur sind, ist sie allerdings gut zu essen und gibt ihnen Kraft. Wer aber von kalter Natur und krank ist, sollte keine Erbsen essen.“


Die Erbse wird seit prähistorischer Zeit kultiviert. Sie hat einen hohen Nährwert durch ihren Eiweiß- und Stärkegehalt. Heute gilt sie als eine der wichtigsten Hülsenfrüchte in gemäßigten Klimazonen.

 


 

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Auch in der Lichtplanung und Wandgestaltung ist besonderer Wert

auf  die Vsualisierung der visionären Gedanken gelegt worden


KÜMMEL,Carum Carvi 

Bei Erkrankungen der Atemwege vermehrt Speisen mit Kümmel zu würzen sei Gesunden Empfohlen. Kranke, vor allem herzkranke Menschen sollen aber, auf Kümmel verzichten so Hildegard. Nach dieser Empfehlung wären Atemwegserkrankungen nicht zu Krankheit zu zählen.


„Der Kümmel ist von gemäßigter Wärme und trocken. Für Menschen, die unter Lungen- und Atembeschwerden leiden, ist er in jeder Form gut und gesund. Herzkranken allerdings schadet er, weil er das Herz nicht vollkommen erwärmt. Gesunden Menschen ist er uneingeschränkt zu empfehlen, denn er gibt ihnen einen klaren Verstand und eine milde Wärme.“

 

Der Kümmel ist wahrscheinlich die älteste Heil- und Gewürzpflanze Europas.Seine verdauungsfördernden Wirkung entfaltet er wunderbar in Gerichten wie Schweinsbraten ,Sauerkraut und Käse.





LIEBSTÖCKEL,Levisticum officinale

Heute gut bekannt unter „Maggikraut“  empfiehlt Hildegard Liebstöckel gegen Husten,aber auch auch als Badezusatz:

„Roh gegessen, macht er den Menschen eher zerfließend. Allein, ohne anderen Würzen gekocht, macht er Geist und Körper schwer und unlustig. Zusammen mit anderen Würzen schadet er nicht zu sehr.“

Liebstöckl enthält neben ätherischen Ölen verdauungsfördende Bitterstoffe. Sein kräftiger Geschmack verleiht Salat, Suppe und Gemüse eine besondere Note. 

 

 


SELLERIE,Apium graveolens

Eine wichtige Rolle spielt Sellerie in Hildegard`s Schönheitsrezepturen. So empfiehlt sie Selleriesaft in Gesichtspackungen für eine schöne Haut und in Haarspülungen gegen Schuppen. Sellerie soll aber, nur gekocht gegessen werden, denn roh könnten seine Säfte depressive Stimmungen verstärken:

„Er ist mehr von grüner als von trockener Natur. Er hat viel Saft in sich und sollte nicht roh gegessen werden, weil er üble Säfte im Menschen hervorrufen kann. Gekocht aber schadet er nicht, sondern bildet im Gegenteil gesunde Säfte.“

Küchensellerie wird als Blatt- und Wurzelgemüse kultiviert. Die Römer brachten die Pflanze  in die Klostergärten. Heute wächst Sellerie in fast ganz Europa.

 

 


 

Eine Antwort zu “Die Pflanzen der Hildegard von Bingen

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